Rosinenbrötchen & das Brotbackbuch Nr. 1

6. Februar 2016



Meine lieben Leser.

Seit ich mal ausversehen „Deutschlands bester Bäcker“ gesehen habe, war’s um mich geschehen. Ich interessierte mich auf einmal fürs Brotbacken. Und Brötchen. Und Sauerteig. Und Brotbackbücher. Tjaa. Und da fand ich auf einmal einen Blog, der so alles das war, was ich brauchte: Ein Brotbackblog. Nämlich der Plötzblog. Und dieser Plötzblogblogger, Lutz ist sein Name, hatte sogar schon 2 Bücher geschrieben. Was ein Glück! Als ich die beiden dann in den Händen hielt und durchblätterte, war ich ganz schön geplättet. So viel Wissen! Und so hübsch Fotos! Und so gut erklärte Rezepte! Nun, ich machte es anders als von Lutz vorgeschlagen und machte mich erstmal als Lesen. Ich las sämtliche Seiten dieses Buchs an einem Tag und fühlte mich dann gewappnet um nicht nur meinem Sauerteig eine Auffrischungskur zu geben, sondern auch um das erste Rezept dieses Buchs auszuprobieren. Ganz btw: Ich denke ich werde jedes dieser Rezepte mindestens einmal backen. Ehrlich. Dies ist das erste Buch, bei dem mir das wirklich ein Bedürfnis ist.

Aber fangen wir mit dem ersten Rezept an, welches ich aus dem Buch gemacht habe: Rosinenbrötchen. Waas? Hää? Wieso denn nicht nen cooles Brot? Tja. Ich wollte sie halt uuuunbedingt probieren. Außerdem war mein Sauerteig noch nicht so weit. Hah. 


Im ersten Moment sieht das Rezept „kompliziert“ aus, weil ein Mehlkochstück enthalten ist. Das ist aber wirklich nicht weiter wild. Ihr kocht beides zusammen auf und lasst es um die 3 Stunden kühl stehen. Das war‘s. Und dann gebt ihr es zu eurem Teig und dieses verquollene Mehlgemisch bringt Fluffigkeit und Feuchtigkeit in eure Brötchen. Echt interessant, finde ich.

Ich vereinfache die Zubereitung, für die ausführliche Anleitung, müsstet ihr dann ins Buch schauen.


Zutaten:

Mehlkochstück:
25 g Weizenmehl 550
125 g Milch (3,5 % Fett)

Hauptteig:

60 g Zucker
145 g Milch (3,5 % Fett)
Mehlkochstück

425 g Weizenmehl 550
15 g Frischhefe
100 g Rosinen
8 g Salz
40 g Butter

1 Ei zum Abstreichen, verquirlt

Zubereitung:

Zuerst ist das Mehlkochstück dran.
Dafür einfach das Mehl und die Milch in
einen kleinen Topf geben und erhitzen.
           Ca. 2 Minuten bei gleichbleibender Hitze kochen und rühren.
Die Masse sollte eine zähflüssige
bis breiartige Konsistenz annehmen.
und eine milchig-graue Farbe haben.
Das Mehlkochstück mindestens 3 Stunden
abgedeckt kühl aufbewahren.

Wenn das Mehlkochstück genug gekühlt wurde,
ist der Hauptteig dran.
Ich habe die Butter dafür geschmolzen.
Jetzt den Zucker in der Milch auflösen
und das Mehlkochstück hinzugeben und verrühren lassen.
Jetzt alle anderen Zutaten bis auf die Rosinen
dazugeben und 5 Minuten auf niedrigster Stufe
verrühren/verkneten lassen.
Es entsteht ein sehr fester Teig, das ist richtig so,
keine Angst. Jetzt die Rosinen einarbeiten
und nochmals gut durchmischen lassen.
Teig 1 Stunde bei ca. 24 °C gehen lassen,
bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Den Teig danach auf die unbemehlte Arbeitsfläche geben
und 8 Teiglinge abstechen.
Die Teiglinge rundschleifen und mit
dem Schluss nach unten auf ein mit Backpapier
 ausgelegtes Backblech legen.
Das Ei verquirlen und die Teiglinge damit abstreichen.
Diese Teiglinge nun für 12 Stunden abgedeckt
bei 8°C – 10°C (mittleres Fach im Kühlschrank)
 zur Gare stellen.

Am Backtag die Teiglinge aus dem Kühlschrank holen,
nochmals mit Ei abstreichen und 30 Minuten
ohne Abdeckung akklimatisieren lassen.
Nochmals mit Ei bestreichen.

Im Vorgeheizten Ofen bei 200 °C
ohne Schwaden ca. 18 Minuten backen.
Nach 10 Minuten Backzeit die Ofentür weit öffnen,
um den aus dem Teig abgegebenen Wasserdampf abzulassen.

Die Milchbötchen auf einem Gitterrost abkühlen lassen.


Ich habe dieses Brötchenrezept auch schonmal verkürzt gebacken und es hat auch gut funktioniert. Dafür habe ich den Teig nach Rezept zubereitet, ihn aber nach dem Kneten nur 3 Stunden gehen gelassen an einem warmen Ort, dann rungeschliffen und nochmals 30 Minuten bei 35 °C im Ofen gehen gelassen. Dann mit Ei bestrichen und normal gebacken. Sie waren auch lecker – zur Not geht’s halt auch mal so.

Klar, diese Brötchen sind nicht etwas, was man in 2 Stunden herstellen kann. Sie sind etwas Besonderes und auch besonders lecker! Eines musste ich bei dem Buch von Lutz Geißler sowieso merken: Brot backen ist keine Hexerei, aber man muss Geduld haben und gut planen.
Die Vorteige muss man zeitig ansetzen und auch die Stockgare dauert zumeist 12 – 24 Stunden. Ein Brot backt man über mehrere Tage und wer damit nicht klar kommt und das nicht organisiert kriegt, dem empfehle ich, Brötchen zu backen. Die sind meistens schneller gemacht und man kann auch ohne lange Gare leckere Ergebnisse erzielen.

Links: Übernachtgare             Rechts: Verkürzte Variante
 
Im Brotbackbuch Nr. 1 sind 11 Anfängerrezepte, 16 Rezepte „mit etwas Übung“ (u. a. dieses Rosinenbrötchenrezept) und 14 Rezepte für Fortgeschrittene enthalten. Von Weizenbrötchen über etwas rustikalere Genossen, Schokoladenbrot, Baguettes, Brezeln, Schwarzbrot, Roggen- und Weizenmischbrote, Brote mit Bier und Speckfett…Es ist glaube ich für jeden etwas dabei und alles was das Bäckerherz begehrt. Wie schon eingangs erwähnt, werde ich vermutlich jedes dieser leckeren Brote und Brötchen wenigstens einmal durchbacken – bis auf das Speckfettbrot, da verzichte ich als Veggie drauf. Das sind eigentlich nicht viele Rezepte für ein Backbuch – aber das macht gar nichts. Denn der andere große Teil des Buchs besteht aus Wissen! Es gibt seitenweise Tipps für den Start, Fachbegriffe werden erklärt und man hat viele viele Seiten Erklärungen über das eigentliche Grundthema: Was braucht ein gutes Brot? Es werden die Zubehörteile erklärt, die man benötigt, die Mehle werden auseinanderklamüsert, die Triebmittel erklärt, die Rolltechniken anschaulich dargestellt und so weiter und so fort. Dieses Buch ist für jemanden wie mich, sprich einen blutigen Brotbackanfänger, wahres Gold wert. Ich fühle mich nach der Lektüre dieses Buchs sicherer und gestärkt und ich denke, dass mir alle Rezepte aus diesem Buch gelingen werden. Sie sind wirklich idiotensicher in kurzer und langer Form beschrieben. So weiß man auf einen Blick, ob man die Zeit und die Zutaten dafür hat oder ob man lieber ein anderes nehmen sollte.


Alles in allem scheinen mir die 24,99 € für dieses Buch gut angelegt. Einzig zum Sauerteig werde ich mir vermutlich nochmal ein anderes Buch kaufen, da mir das alles noch nicht so ganz klar ist. Es ist super beschrieben im Buch, aber ich brauche da wohl noch eine etwas ausführlichere Anleitung.

Dieses Buch vereint Bäckerwissen mit Zutaten und Mengen, die für einen Privathaushalt unproblematisch sind. Ich liebe dieses Buch. Wirklich. Lutz, danke für dieses Buch.

Zur Fortsetzung, dem Brotbackbuch Nr. 2, werde ich zu gegebener Zeit nochmal eine extra Vorstellung machen. Lasst mich mich erstmal durch das erste Buch backen. ;-)

Noch ein paar Infos zum Buch:
  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Verlag Eugen Ulmer; Auflage: 2 (6. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800182777
  • ISBN-13: 978-3800182770
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 2,7 x 24,3 cm 

*Der Ulmer-Verlag hat mir diese Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Vom Foodblog zum Kochbuch - Teil VI.

3. Februar 2016


Meine lieben Leser.

Heute, im 6. Teil meines 
Tagebuchs wird's ernst. 
Wohoo - jetzt weiß es die ganze Welt.                          

Viel Spaß beim Lesen!

12.11.2015: Noch 88 Tage.

Huch, ich habe gerade gesehen, dass ich noch gar nicht geschrieben habe, dass das Cover feststeht. Am 30.10.2015 bekam ich eine Mail mit dem fertigen Cover. Es wurde etwas einfacher gestaltet und das „Veggie.“ wurde in einer anderen Schriftart gemacht und hervorgehoben. Mir gefällt es sehr gut – ich bin gespannt, wie es dann gedruckt aussieht. Ich schon wirklich gespannt…


19.11.2015 (noch 81 Tage): Jetzt weiß es die ganze Welt.

Huhu. Ich bin‘s. Die, die dich auf Instagram, Facebook und ihrem Blog mit dem Cover zugespammt hat. Nein, aber mal ehrlich. Gestern habe ich gesehen, dass die Vorschau für die Bücher für’s Frühjahr 2016 online ist auf der Verlagsseite und gestern bekam ich auch eine Mail von Buchcontact – das sind die, die neue Bücher vorstellen und Rezensionsexemplare rausschicken. Ich kann euch gar nicht sagen, was das für ein komisches Gefühl ist, wenn du dich da auf einmal selber siehst. In einer Mail. Von wildfremden Menschen. Und die haben was über dich und dein Werk geschrieben und dich beschrieben. Wirklich, wirklich strange. Aber natürlich auch ein derart erhebendes Gefühl! Ich war noch nie so stolz auf mich selbst. Ich habe das geschafft. Alleine. Ohne Hilfe. Ich hatte den Mut und habe den ersten Schritt getan und es hat sich als richtig herausgestellt. Ich kann mir – ganz ohne eingebildet klingen zu wollen – heute durchaus mal selber auf die Schulter klopfen. Und das mache ich auch mal.

Jetzt kann ich in meinem Instagram-Profil auch den Punkt „Cookbook Author“ hinzufügen. Da freue ich mich insgeheim schon seit dem Beginn meines Projekts drauf. Ja, es sind die kleinen Dinge. :-D

Heute erzähle ich es auch meinen Kollegen – jedenfalls einem Teil von ihnen. Denn nun ist es ja sowieso im Internet veröffentlich und da wird’s hier in der Behörde bestimmt schnell die Runde machen. So ist das ja immer. ;-)

Wow. Das ist heute echt wieder so ein Tag von dem ich mir nie hätte träumen lassen, dass ich ihn mal erlebe.


20.11.2015 (noch 80 Tage): Wenn man sein eigenes Gesicht auf Amazon sieht…

Ich dachte schon, gestern sei ein aufregender Tag gewesen. Aber irgendwie übertrifft das, was ich gerade gesehen habe, das noch bei weitem. Ich habe gestern Nachmittag von meiner Lektorin den Umschlag (d. h. Cover, Rücken und Hinterseite des Buchs) zugeschickt bekommen. Sieht wirklich toll aus! Ich bin so glücklich! Hinten sind auch drei Beispielbilder drauf – Taccoschalen, Erdbeersalat mit Ofenspargel und die Blaubeer-Vanille-Törtchen. Ich habe gefragt, ob wir eventuell noch die Taccoschalen mit dem Kimchi-Bild tauschen können, weil das immer noch mein absolutes Lieblingsbild aus dem ganzen Buch ist. Mal sehen was sie sagt, große Hoffnungen mache ich mir nicht – ist ja auch, wenn man es mal realistisch betrachtet- total egal. :-D Nunja, um aber wieder zum Thema zu kommen: Ich habe die ISBN auf dem Umschlag entdeckt beim genaueren Hinsehen und habe diese natürlich gleich mal bei Amazon eingegeben um zu sehen, ob dabei was herauskommt. Und tatsächlich! Meine Visage lächelte mir sofort entgegen! Was für ein Gefühl, wenn man sein eigenes Gesicht bei Amazon sieht. Wooohoo. Übel. Irgendwie. :-D Ich kann‘s gar nicht beschreiben. Jetzt wird’s ernst.

Nunja – aber mal ganz davon abgesehen, dass ich nun bei Amazon zu finden bin (Irgendwie wirklich ein großes Ding für mich. Wieso bloß?) – es ist Plätzchenbackzeit und meine Mum und ich haben gestern 2 Sorten gemacht (Schokocrossies und Lebkuchen-Krokant-Thins) und 5 Teige zubereitet, die über Nacht in den Kühlschrank müssen. Also wird heute Abend Pizza bestellt und durchgemacht, bis alle Plätzchen gebacken sind. Insgesamt wollen wir 15 Sorten backen – 7 hätten wir dann schonmal. Sonntag kommt dann der Rest dran und dann sind wir pünktlich zum 1. Advent fertig und bereit für die plätzchenfressende Meute (aka Family und Arbeitskollegen). Das wäre doch auch mal was: Ein Buch über Plätzchen. Gibt ja auch so wenige bisher. :-D

Nachtrag 20.11.2015:

Wooohooo. Das Kimchibild kommt noch hinten drauf und dann ist mein Buch druckfertig! Ich könnte gerade im Kreis springen vor Freude (mach ich mit lauter Juristen um mich herum lieber nicht, sonst denken meine Kollegen noch, ich sei verrückt geworden. :-D).


24.11.2015 (noch 76 Tage): Vorschau!

Am Freitagabend bekam ich noch die Vorschau zugestellt – das ist wie ein Minikatalog vom Verlag um den Buchhändlern etc. das Verlagsprogramm im Frühjahr näher zu bringen. Und ich habe 2 Doppelseiten! Es sieht einfach nur cool aus. Meine Lektorin meinte, dass das Buch nun druckfertig ist und wir jetzt eigentlich nur noch auf den 08.02.2016 warten. Im Januar machen sich wohl die Vertreter des Verlags auf und preisen die Neuerscheinungen an – bei Buchhändlern, Klosterläden, Geschenkläden, etc. Halt überall dort, wo man das Buch nachher dann kaufen kann. Jetzt heißt es Daumen drücken für gute Vorbestellungszahlen. Die meisten „Vormerker“ kommen aus dem Buchhandel – klar. Die nehmen auch größere Stückzahlen ab.
Irgendwie war mir nicht so wirklich bewusst, dass es auch bei Verlagen Vertreter gibt und das nicht alles übers Internet läuft. Euch?


Christina's Kirsch-Käsekuchen ohne Boden

31. Januar 2016


Meine lieben Leser.

Dieses Rezept ist absolut nicht saisonal passend – aber auch nur, weil ich dieses Rezept im Sommer entwickelt, aufgeschrieben und dann verlegt habe! Und beim Aufräumen der typisch-chaotischen Küchenschublade habe ich nun meinen handgeschriebenen Zettel mit den Zutaten gefunden. Dö-dö. Da ich meine Bilder aber auch so hübsch finde, wollte ich es euch nicht vorenthalten – man kann ja auch Kirschen aus dem Glas nehmen. Selbsteingemacht oder Selbstgekauft – Hauptsache Kirschen!


Zutaten:

4 Eier, getrennt
1 Pk. Vanillepudding
5 EL Milch
1 kg Quark
1 Prise Salz
100 g Zucker
3 EL Weichweizengrieß
100 g Margarine
1 TL Vanille
500 g Kirschen
(Frisch, mit Kernen gewogen)

Zubereitung:

Heizt den Ofen auf 180 °C vor. Zuerst trennt ihr nun
die Eier und schlagt das Eiweiß steif.
Löst das Vanillepuddingpulver in 5 EL Milch
auf und gebt alle Zutaten
 (bis auf die Kirschen und den Eischnee)
 in eine große Schüssel und vermengt
alles gut mit einem Standmixer.
Habt ihr frische Kirschen, dann hebt ein paar als Deko
 für obendrauf auf und entkernt sie nicht.
Die Kirschen waschen und entkernen
(wenn frische da sind), ansonsten die Kirschen aus
dem Glas gut abtropfen lassen.
Den Eischnee vorsichtig unter die Quarkmasse heben.
Die entsteinten Kirschen unter die Quarkmasse heben
und diese dann in eine 26er Springform geben,
          die ihr vorher mit Alufolie fest umwickelt und eingefettet habt.
Eventuell nun die Dekokirschen oben auf die Masse setzen.
 Setzt die Springform auf ein Backblech und gebt
ein bisschen Wasser in das Blech, damit der Kuchen
im Wasserbad backen kann.
Backt den Käsekuchen etwa 50 - 60 Minuten
und lasst ihn dann langsam abkühlen,
 damit er nicht reißt.


Ich hoffe, er schmeckt auch auch anti-saisonal. Mir auf jeden Fall! Und solltet ihr dieses Rezept über die Suchfunktion zur richtigen Zeit gefunden haben: Ich habe nix gesagt. Lasst euch euren Kirsch-Käsekuchen schmecken!

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