Echte Brezeln (Ja, mit Natronlauge)

29. März 2017


Meine lieben Leser.

Lange habe ich das Märchen geglaubt, dass man Brezeln oder allgemein Laugengebäck mit einer Mischung aus Natron und Wasser zubereiten könnte. Ich war nie zufrieden mit diesen Gebäcken, deswegen landete auch bisher kein einziges auf meinem Blog. Nie schmeckten sie so wie beim Bäcker. Aber auch an Natronlauge traute ich mich bisher nicht so wirklich heran. Man hört da so dermaßen viele Schauergeschichten und im Internet findet man auch irgendwie keine gescheiten Anleitungen. Also bestellte ich mir einfach 50 %ige Natronlauge bei Amazon und stürzte mich ins Abenteuer „eigene Brezeln“. Denn ich liebe Laugengebäck. Über. Alles. Also los, keine falsche Scheu vorschützen – wir machen jetzt echte Laugenbrezeln mit Natronlauge und allem Drum und Dran und behalten trotzdem unsere Finger, unser Augenlicht und unsere Arbeitsgeräte.


Zutaten (für 8 Brezeln):

¾ Würfel Hefe
1 TL Zucker
750 g Mehl
20 g Salz
350 – 370 ml Wasser

Lauge:

300 ml Wasser
20 ml Natronlauge 50%
(ergibt eine ca. 4 %ige Lösung)

Zubereitung:

Zuerst die Hefe in etwas lauwarmen
Wasser mit dem Zucker auflösen.
Das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben.
Alle anderen Zutaten hinzufügen und alles kräftig verkneten,
bis ein glatter Teig entsteht.
Den Teig nun ca. 1 Stunde gehen lassen.
 Danach den Teig in 8 gleichgroße Teile teilen
 und aus ihnen einen Strang rollen,
der in der Mitte dicker ist und zu den Enden dünner wird.
Ich rolle meine Stränge aus, bis sie ca. 60 cm lang sind.
 Danach den typischen Brezelknoten „hineinschwingen“
und die beiden dünnen Enden festdrücken.
Die Brezeln auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben
 und mit den restlichen Brezeln weitermachen.
 Die Brezeln müssen nun eine Haut bekommen,
 d.h. die Außenhaut muss etwas antrocknen,
damit die Lauge nicht eindringen kann.
Daher die Brezeln einfach mit den Blechen zusammen
     (nicht abgedeckt!) für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen
 In der Zeit die Natronlauge zubereiten.
 Dafür jetzt mit Latexhandschuhen und
eventuell einer Schutzbrille arbeiten!
Mit größter Vorsicht zuerst das Wasser in
einen Plastikbehälter geben,
 in den auch eure Brezeln bequem reinpassen.
 Dann die Natronlaufe abmessen und
VORSICHTIG ins Wasser geben.
Mit einem Plastiklöffel vorsichtig umrühren.
Bei mir ist noch nie etwas passiert – seid aber
 einfach vorsichtig und arbeitet auf jeden Fall
nur mit Einmal-Handschuhen!
Den Ofen nun auf 180 °C vorheizen.
Die Brezeln nun aus dem Kühlschrank holen
und einzeln nacheinander ein paar Sekunden in die Lauge legen,
herausholen und auf das Backblech legen.
Mit grobem Meersalz bestreuen
 und ca. 20 Minuten backen.


 Sobald die Brezeln gebacken sind, könnt ihr sie ganz normal anfassen und essen. Durch die Hitze beim Backen wird die Lauge unschädlich und das Gebäck schmeckt einfach nur noch hervorragend.


Ihr könnt die Brezeln auch auf einer Silikonunterlage backen – im Internet steht, dass die Lauge das Backpapier angreifen kann. Ich habe beides gemacht und es ist bei beiden Varianten nichts passiert.

Und wie entsorgt man die übrig gebliebene Lauge? Extrem mit Wasser verdünnen und im Ausguss entsorgen. Ja, es ist ein wenig Aufwand – aber für Brezeln, frischer als die vom Bäcker, nehme ich das z.B. am Wochenende sehr gern in Kauf.

Kommentare :

  1. Weißt du eigentlich, wie sehr ich Laugengebäck liebe??? Das selbst Backen habe ich allerdings nie probiert, weil ich Angst vor Enttäuschungen hatte... aber beim Bäcker ist mir das Zeug meist doch zu teuer :(

    Meinst du, ich kann auch Trockenhefe benutzen? Frische Hefe und ich sind irgendwie noch keine Freunde geworden...

    Dass man die Brezeln kalt stellen muss, habe ich noch nie gehört, aber es klingt ziemlich nachvollziehbar... nur vor der Natronlauge habe ich Angst... ich habe mal gelesen, dass auch Salzwasser reicht, sofern es kochendes ist. Ob das wohl stimmt?

    Sieht auf jeden Fall himmlisch aus und ich speichere mir das Rezept mal ab! :)

    Liebe Grüße

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