[Rezension] Türkei Vegetarisch & Mücver

22. November 2015

Meine lieben Leser.

Eine meiner liebsten Erinnerungen an die Türkei ist ein Familienurlaub aus dem Jahr 2001. Ich - ein kleines, dickes, 11-jähriges Mädchen in der Vorpubertät - habe in diesem Urlaub nicht nur einen Handstand unter Wasser gelernt, sondern auch, dass die ältere Frau am Strand unter dem Zelt hervorragende Gözleme macht. Das waren Teigfladen, auf einem „heißen Stein“ (einer heißen halbrunden Platte, genannt Sac) gebacken und mit wahlweise Schafskäse, Hack- oder Kartoffelfüllung. Ich glaube, ich habe sie damals ganz schön genervt – denn kaum war sie da, saß ich bei ihr im Zelt. Ich würde fast wetten, dass sie ihrer Familie damals vom kleinen verfressenen Kind aus Deutschland erzählt hat...

Nach diesem Urlaub hatte ich mit der türkischen Küche eher wenige Berührungspunkte. Ich hatte eine türkische Klassenkameradin in der Grundschule – aber seit dem habe ich keine türkischstämmigen Mitbürger in meinem Freundeskreis. Leider! Wie gern würde ich mehr türkisch kochen, denn diese Küche ist einfach nur lecker. Was für ein Glück, dass es nun eine Neuerscheinung auf dem Buchmarkt gibt, die meinen Hunger nach Gözleme, Börek und allerlei anderen leckeren vegetarischen türkischen Leckereien stillen kann: Türkei Vegetarisch. Die Autoren sind die bekannten Blogger von „Koch dich türkisch“ Orkide und Orhan Tancgil. Ich lese ihren Blog sehr gern und finde immer mal wieder leckere Inspirationen. Die türkische Küche war für mich immer schon etwas fleischlastig – aber durch dieses tolle Buch, hat sie mir auch ihre andere Seite gezeigt. Das Buch ansich ist liebevoll gestaltet – das Cover zog mich sofort an und auch die Foodbilder sind nett gemacht. Mein erster Gedanke, als ich es dann in den Händen hielt war allerdings: „Meine Güte ist das schwer – als Selbstverteidigungswaffe auf jeden Fall geeignet“. Mit 271 Seiten ein echter Schmöker. Beim ersten Durchblättern fiel mir allerdings mein bisher einziger Minuspunkt auf: Nicht jedes Rezept hat ein Bild. Ich bin ein sehr visueller Mensch und bin gerade bei Kochbüchern immer eher den Rezepten mit Bild zugeneigt. Ich finde es einfach schade. Man gibt sich so viel Mühe im Entstehungsprozess und dann werden viele Rezepte einfach überblättert, weil eben kein Eyecatcher danebensteht.


Bereit für diese kulinarische Reise mit mir? Fangen wir doch erstmal mit einem der tollen Rezepte aus Türkei Vegetarisch an: Mücver! Ich kenne diese leckeren Zucchinibratlinge noch von unserem alten Dönermann um die Ecke – seine Frau machte die jeden Tag frisch und sie waren mein vegetarischer-Döner-go-to. Leider gibt’s den Laden nicht mehr und so blieb mir nichts anderes übrig, als sie mal selber zu machen.  



Zutaten:

2 Zucchini (ca. 450 g)
1 kleine Möhre
Salz
1 kleinen Bund Frühlingszwiebeln
¼ Bund glatte Petersilie
1 Stängel Dill
1 Ei
1 EL Mehl
½ TL Pul Biber
½ TL getr. Minze
1 Prise Schwarzer Pfeffer
reichlich Sonnenblumenöl zum Braten


Zubereitung:

Gemüse waschen und Möhre schälen.
Beide reiben, ½ TL Salz darüber streuen
und ca. 1 Stunde ruhen lassen.
    Frühlingszwiebel und Kräuter waschen und fein hacken.
Flüssigkeit der Zucchinimasse gut ausdrücken.
Ei, Mehl, Petersilie, Dill, Chiliflocken,
Frühlingszwiebel und Minze in einer
Schüssel vermengen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einer Pfanne das Sonnenblumenöl erhitzen.
Nun ca. handtellergroße Puffer formen und
vorsichtig in die Pfanne geben.
Dort von beiden Seiten goldbraun anbraten.
Puffer aus der Pfanne nehmen,
auf ein Küchenpapier legen um das überflüssige
Fett aufzusaugen und dann fortfahren,
bis die Masse aufgebraucht ist.


Ich habe diese leckeren Puffer in ein aufgeschnittenes und aufgebackenes Stück Fladenbrot gelegt und mit ein wenig Knoblauch-Joghurt und frischem Salat und Tomatenscheiben serviert. Suuuuuuuuper lecker und fast genauso wie bei meinem alten Dönermann. Fast.

Leider hat mir bei den Mücver ein bisschen die Bindung gefehlt. Ich habe etwas mehr Mehl genommen - und hätte vielleicht noch ein bisschen mehr nehmen sollen. Aber die Würzung und die Zusammensetzung war toll!

Solltet ihr dieses leckere Rezept nachkochen, tagged mich doch bei Instagram, Facebook oder Twitter. Ich freue mich immer, mir eure Werke ansehen zu können.

Noch ein paar Infos zum Buch:
  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Brandstätter Verlag (31. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3850339157
  • ISBN-13: 978-3850339155
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 3,2 x 25 cm 

*Danke an den Brandstätter Verlag für das Rezensionsexemplar.

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