Der Weg zur ersten eigene Wohnung: Teil I

20. Februar 2014

Meine lieben Leser.

Viele von euch werden schon eine eigene Wohnung haben, einige von euch werden noch länger bei den Eltern wohnen oder oder oder.

Ich habe vor kurzem den Mietvertrag für meine erste Wohnung unterschrieben und werde ab April dort mit meinem Freund zusammen wohnen. Dazu habe ich viele Tipps von meinem Umfeld bekommen und würde sie nur allzugern an euch weitergeben - denn vielleicht seid ihr gerade in der gleichen Situation und habt nicht so hilfreiche Menschen um euch herum.

Was ich mit diesem Post heute sagen will? Ich möchte all denen, die vielleicht wie ich gerade an der Stufe zur ersten eigenen Wohnung stehen, mal eine Liste an die Hand geben, auf was alles zu achten ist, wenn es dann endlich so weit sein soll.

Ich bin an meine Wohnungssuche ganz unbedarft rangegangen – ich wollte eine Wohnung in der gleichen Straße, in der ich schon mit meinen Eltern wohnte (nur eine „Querstraße“ weiter vorn). Als unsere Häuser dann verkauft wurden, wollte der neue Vermieter den Leerstand beseitigen (bei uns war seit Jahren nichts mehr an den Häusern gemacht worden und viele Wohnungen standen leer) – und ich habe einfach die Gelegenheit beim Schopf gepackt und habe als eine der ersten nachgefragt, ob ich die und die Wohnung besichtigen und evtl. mieten könne. Gesagt, getan – zwischen den Jahren frage ich an und in der 2. Januarwoche stand ich schon mit meinem Freund, der Vermieterin und meinem Vater in meiner zukünftigen Wohnung. Denn das ist mein 1. Tipp: Kommt euch nicht blöd vor, wenn ihr jemanden zur Wohnungsbesichtigung mitnehmt. Ich habe von baulichen Sachen wenig Ahnung und mein Vater dafür umso mehr und ich fand es gut, dass er mitgekommen ist. Natürlich muss jetzt nicht die ganze Sippe anrücken, aber eine Person mehr oder weniger ist nicht schlimm.

Ich hatte das Glück, keine Schufa-Auskunft beibringen zu müssen (der Vermieter kannte uns ja schon). Ihr müsst gucken, was euer zukünftiger Vermieter wissen will. Manchen reicht eine Verdienstbescheinigung des letzten Jahres und manche wollen eine Schufa-Auskunft. Fragt am Besten gleich beim Telefonat wegen der Wohnungsbesichtigung nach, denn sowas braucht manchmal auch seine Zeit.

Andere Dinge, auf die ihr dann in der Wohnung selbst achten solltet sind:


-          Sind Fenster und Türen in Ordnung?
-          Wie sehen die Böden und Wände aus? Sind sie frisch renoviert oder muss noch viel gemacht werden?
-          Was ist der genaue Mietpreis? Wie hoch sind die Nebenkosten hoch?
-          Muss Strom und Gas separat laufen oder ist eines der Dinge in den Nebenkosten drin?
-          Gibt’s in der Wohnung noch eine Gastherme und wo sind die Anschlüsse?
-          Gibt’s einen Waschmaschinenanschluss in der Wohnung?
-          Oder einen Keller? Dachboden? Waschküche? Trockenraum?
-          Gehört ein Garten zur Wohnung?
-          Habt ihr einen Autostellplatz (Garage)?
-          Wenn viel in der Wohnung zu machen ist und sie leer steht, kann man den Schlüssel ein paar Wochen früher bekommen um zu renovieren?
-          Zu wann ist die Wohnung frei und wann kann man einziehen?
-          Ist der Mietvertrag befristet?
-          Ist eine Küchenzeile in der Wohnung oder müsst ihr eine kaufen (Achtung! Lieferzeiten von 6 Wochen und mehr!)
-          Muss die Wohnung beim Auszug renoviert übergeben werden oder nur besenrein?
-          Ist ein Kabelanschluss verlegt oder gibt es eine Satellitenschüssel auf dem Dach?

…Das sind jetzt nur die Fragen, die mir gerade einfallen, die ich gefragt habe und mir wichtig erscheinen. Wenn der Vermieter euch auf alle Fragen eine Antwort geben kann und diese dann nicht zu sehr von euren Erwartungen abweichen, ist ja schonmal der erste Schritt getan.

Wir haben 3 Tage nach unserer Wohnungsbesichtigung den Mietvertrag für unsere schnuckeligen 80 m² unterschrieben. Meine Güte, was ein Gefühl! Aber bei all der Aufregung müsst ihr euch diesen Vertrag wirklich gründlich durchlesen. Manche Klauseln, die da reingebastelt werden, sind unzulässig! Hier habe ich mal zwei Artikel (1 , 2) gefunden, die das ein bisschen erklären.

Woran ihr hier an diesem Punkt auch schon denken müsst: Zieht ihr zusammen in eine Wohnung oder wohnt ihr allein? Wenn ihr z.B. mit eurem Freund zusammenzieht, überlegt, ob ihr nicht ein gemeinsames Haushaltskonto anlegen wollt. Davon kann man alle gemeinsamen Kosten abgehen lassen (wie Miete, Strom, Versicherungen, …). Wir werden es auch so machen, dass jeder von uns Haushaltsgeld darauf überweist und wir z.B. davon dann Essen und Getränke kaufen. Ihr müsst euch da auch ziemlich genau festlegen, was von welchem Geld gekauft werden soll – denn desto früher ihr sowas besprecht, desto weniger Irritationen gibt’s später. Teilt dem Vermieter frühzeitig die Bankverbindung mit und legt auch schonmal ein kleines finanzielles Polster da drauf. Wir werden einfach einen Monat früher unsere angedachten Kosten darauf überwiesen (Miete etc.), damit – wenn sich mal was überschneiden sollte – immer genug Geld da drauf ist und man sich keine Sorgen machen muss, ins Minus zu geraten.

So. Das war der leichte Teil und ich denke ich schließe hier für heute. Ich hoffe, ich konnte euch vielleicht schonmal ein bisschen weiterhelfen (bei der Vorbereitung) und es war für euch interessant. Der zweite Teil kommt dann bald. :-)

Kommentare :

  1. Liebe Christina,
    Das ist ein super informativer Post! So etwas Menschliches hätte ich damals bei meiner ersten Wohnung gebraucht – viele Tricks auf einer Seite auf verständliche Art und Weise zusammen gefasst.

    Jetzt, wo es bei mir und meinem Freund eine Stufe weiter geht (Häuschen gemeinsam kaufen), bin ich wieder auf der Suche nach Informationen, die nicht von einem Juristen in entsprechender Sprache formuliert sind :) So viel gibt es zu bedenken, was einem irgendwie keiner gesammelt sagen kann…

    Mit dem Haushaltskonto verfahren wie genauso wie du. Es gibt ein gemeinsames Konto, auf das jeder monatlich einen fixen Betrag überweist. Von diesem Konto werden dann sämtliche Lebenskosten (Putzmittel und Kosmetika, Lebensmittel, Internet, Versicherungen etc.) bezahlt. Das ist eine sehr praktische Variante und lässt einem leicht den Überblick bewahren!

    Alles Liebe und einen tollen Donnerstag,

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  2. Das hat ja echt gut geklappt bei euch! Deine Fragen und Bedenken hatte ich auch alle im Hinterkopf, allerdings weiß ich genug Bescheid und bin somit für meine Wohnung auf alle Besichtigungen allein gegangen. Ist ja auch letztendlich gut gelaufen :D

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