Hat der etwa den ewigen Jungbrunnen gefunden? - Vegan for Youth von Attila Hildmann

16. November 2013

Meine lieben Leser.

Als ich vom Verlag die Erlaubnis erhielt, vorab einen Blick ins neue Buch von Attila Hildmann zu werfen (besser gesagt in die digitale Version davon) war ich natürlich hocherfreut. Man bekommt natürlich nicht oft so eine Gelegenheit und ich möchte mich auf diesem Wege nochmal bedanken.

Aber kommen wir zum eigentlichen Buch. Ich besitze schon das Vegan for Fit und fand es wirklich hübsch aufgebaut – auch wenn ich mich nicht durch und durch vegan ernähre, so fand ich doch die eine oder andere Inspiration (Danke für die Idee mit den Zucchinispaghetti!). Allerdings betrachte ich die vegane Ernährungsweise auch meist etwas mit Skepsis, weil ich schon negative Erfahrungen damit gemacht habe – siehe hier.

Kommen wir erstmal zum Aufbau seines neuen Buches. Auch dieses Mal ist es wieder als Challenge ausgelegt. Er schlägt eine Triät vor, keine Diät. Was genau eine Triät ist, habe ich mich auch gefragt – hier ist die Antwort:

1.      Abbau von Übergewicht ganz ohne Hungergefühl oder Mangelversorgung,
2.      Gesünder durch Mikronährstoffversorgung mit Superfoods, chemiefreie Nahrung, Bewegung und Meditation,
3.      Jünger durch Verringerung oxidativer Prozesse, durch verbesserte Beweglichkeit und Ausdauer.

 Ich selbst mache bei sowas eigentlich nicht mit, sondern integriere eher mal verschiedene Gerichte in meinen Alltag, aber ich finde es toll, wenn Menschen dort mitmachen und auch Erfolge erzielen (z.B. fand ich diesen Bericht von GlamourGirl80 ziemlich interessant). Das größte Problem sehe ich bei solchen Challenges nicht im Durchhalten (das würde ich denke ich auch hinbekommen), sondern einfach in der Vor- und Nachbereitungszeit. Ich nehme mir oft Zeit um ein Mittagessen für den nächsten Tag an der Arbeit vorzubereiten, aber ich stelle mich morgens nicht hin und koche oder brutzele noch irgendwas – schließlich sitze ich um 6 schon im Büro. Gut, mit 23 fürchte ich auch noch nicht so wirklich um meine Jugend, aber es war wirklich interessant mal zu lesen, was der Herr Hildmann da so herausgefunden hat.

Im ersten Teil des Buchs schreibt Attila über seine Erfahrungen und seine Recherche für dieses Buch. Er war dafür in Tokio, Kyoto und auch in Italien (genauer gesagt im Dörfchen Campodimele). Dort gibt es jeweils die Menschen, die am Längsten leben und sich wohl auch u. a. am gesündesten ernähren. Natürlich hat es nicht nur mit Ernährung zu tun, dass manche Menschen älter werden als andere, aber einen großen Teil trägt es eben doch dazu bei. Auch wenn ich den Begriff „Superfood“ kritisch beäuge, es muss ja irgendwas an diesen Sachen dran sein.

Allerdings finde ich Aussagen wie „Übergewicht ist eine Seuche“ und „Wenn du Übergewicht hast, werde es los!“ eher demotivierend. Wäre ich stark übergewichtig, hätte ich spätestens bei dem Satz keine Lust mehr auf das Buch. Man fühlt sich ja eh schon schlecht und dann sowas zu lesen… Mal ganz ehrlich, wenn es so dermaßen einfach für alle wäre, seine Essgewohnheiten umzustellen, wäre in Deutschland keiner mehr dick. Fakt ist, das ist nicht so. Es kann noch so gesund für dich und deinen Körper sein; wenn der Mensch nicht will, will er nicht.

Und ganz ehrlich? Auch wenn ich gerne und viel frisch koche – manchmal muss es eine Fertigpizza sein, weil die Umstände es erfordern. Sprich: Ich habe nicht jeden Tag die Zeit, einkaufen zu gehen, abends frisch zu kochen, aufzuräumen und mich anschließend noch eine Stunde in die Küche zu stellen, nur damit ich für den nächsten Tag ein perfektes Mittagessen habe. Ich denke der Alltag erfordert manchmal ein bisschen Einfachheit und da kommt mir auch alle Jubeljahre mal eine TK-Pizza unter. Ich finde das auch überhaupt nicht schlimm – niemand muss sich wegen seinen Ernährungsgewohnheiten rechtfertigen.

Natürlich ist es auch schwierig, es bei einer vegetarischen Ernährung mit den Kohlenhydraten nicht zu übertreiben (Gefahr von Diabetes etc!), aber dauerhaft darauf zu verzichten (wie in Vegan for Fit)? Ich heiße nicht Heidi Klum und muss auch nicht für Victorias Secret laufen. Ich mag Kohlenhydrate und wenn sie mich altern lassen, dann lassen sie mich halt altern…

Ein großes Thema in dem Buch ist natürlich auch Stress. Jeder hat ihn, keiner kann ihn so wirklich reduzieren. Mein Körper baut Stress durch Zähneknirschen ab. Leider. Natürlich ist in Kyoto im Kloster weniger Stress für die Bewohner angesagt als in einer normalen deutschen Großstadt. Das lässt sich auch gar nicht vermeiden. Würde ich den ganzen Tag nur in einem Kloster herumhängen, beten, meditieren und ein bisschen gärtnern – ich wäre auch weniger gestresst als mit einem 9-Stunden Arbeitsalltag im Büro mit ständigen Eilt-Sachen.

Auch wird viel über die verschiedenen Theorien über das Alter erzählt und erklärt. Wieso altern und sterben wir überhaupt? Ist unsere Aufgabe im Leben, unsere Gene weiterzugeben, das einzige, auf das wir eigentlich programmiert sind? Oder liegt einfach alles nur an den freien Radikalen?

Attila redete mit vielen alten Menschen und Wissenschaftlern und der Konsens ist klar: Arbeit (geregelter Tagesablauf), viel Tee und viel Gemüse (dabei aber nur zu 80 % sattessen). Ich erfülle fast alle diese Kriterien, na mal sehen, ob ich auch 95 Jahre oder älter werde.

Okay. Genug zum Vorgeplänkel. Um in die Challenge einsteigen zu können, benötigt man viele Sachen, die man vielleicht gerade nicht daheim hat und extra im Internet bestellen muss. Ich hätte damit kein Problem, schließlich bestelle ich öfters mal außergewöhnliche Zutaten dort, aber nicht jeder hat auch einfach das Budget für einen Großeinkauf im Bioladen. Na klar – ein normaler Einkauf ist auch teuer und Fleisch erst recht (war mir gar nicht mehr so bewusst, ich kaufe es ja seit Jahren nicht mehr, aber meine Mutter hat letztens ein größeres Stück Fleisch gekauft und als ich den Preis sah, habe ich schon etwas gestockt…) aber ich habe euch ja hier schonmal meine Einstellung zu Bio und Nicht-Bio beschrieben.

Was mir immer wieder sauer aufstößt sind die ganzen teuren Zutaten wie die ganzen Nussmuse. Ein Nussmus für 7 € hält nicht wirklich lang, wenn ich mir die Rezepte so ansehe. Auch dass man unbedingt einen Entsafter braucht (die meist nicht wirklich günstig sind, wenn man einen guten haben will) finde ich so lala. Ich habe keinen und in der Küche meiner Eltern auch überhaupt keinen Platz dafür.

Aber hat man diese ganzen Zeilen erstmal überwunden, dann kommt man zu den durchaus sehr gut aussehenden Rezepten. Da ich ja mit Matcha ein bisschen auf Kriegsfuß stehe, würde die Matcha-Pop-Frühstücksversion  für mich schonmal ausfallen. Aber es sind durchaus wirklich nette Sachen zum Frühstücken dabei und bestimmt wäre es mal abwechslungsreicher als mein momentanes Lieblingsfrühstück (Obst, Naturjoghurt und Müsli drüber).
Es gibt Rezepte für „Crunchs“ – also verschiedenen „Müsli-Mischungen“, Brotaufstriche, Porridge und auch für Wraps (die ich in der Früh jetzt nicht unbedingt bräuchte), etc. Es gibt sogar ein Rezept für Frühstücksmuffins.

Und dann geht´s auch schon weiter zum Mittagessen. Ich werde euch bestimmt mal das eine oder andere Rezept vorstellen – denn hier gibt es eine große Auswahl an Gerichten. Vor allem die Reisspaghetti mit Spinat-Mandel-Creme haben es mir angetan… Es sind auch viele von den, ich nenne sie mal „Turmgerichten“, dabei. Gemüse, Creme oder gehacktes Gemüse, dann wieder eine Scheibe Gemüse, und so weiter. Davon bin ich jetzt nicht soo der Fan, aber Probieren geht über Studieren. Interessant fand ich das „Skinglwo-Sushi“. Sushi mit Zucchini als Nori und Hirse als Reisersatz. Da ich mein normales vegetarisches Sushi aber über alles liebe, wird das mit mir und dem Hirse-Sushi denke ich mal nichts. ;-)

Aber auf die gefüllten Auberginen und Zucchini, Nudelgerichte oder auch die Onigiri freue ich mich durchaus. Auch ein Rezept für Misosuppe ist enthalten; aber da muss ich sagen, dass sich das nicht allzusehr von meinem unterscheidet – hier wird nur das gekochte Ei weggelassen (klar). Was mich ein bisschen überraschte war, dass es sogar ganze 2 Pizzarezepte gibt. Da bin ich allerdings skeptisch, ob Mandelmozzarella wirklich schmeckt.

Ich muss allerdings sagen, nachdem ich schon 2 Rezepte ausprobiert habe, bin ich mehr als begeistert.
Ich werde sie euch in den folgenden 2 Tagen vorstellen und ihr werdet auch feststellen, dass alles viel besser zusammenpasst, als gedacht. Attila, gut gemacht.

Wovon ich auf jeden Fall Abstand nehmen werde sind Kohlrabi- und Rote-Beete-Spaghetti. Schmecken bestimmt wunderbar, aber ich bin mit meinen Zucchinispaghetti vollkommen zufrieden. Es gibt aber auch wunderbare Salatvarianten, die sehr ansprechend aussehen. Gerade für den Sommer (…der leider gerade vorbei ist) sehe ich hier viel Potenzial. Auch für mein Healthy-Lunch-Projekt sind durchaus Rezepte dabei – das finde ich klasse. Man findet auch Suppen, Sandwiches, Burger, Bratlinge, Brotrezepte, Säfte, Smoothies, heiße Getränke, Desserts, Kuchen, Eis & Snacks.

Um dieses Buch allumfassend zu machen, gibt es im Anhang hinter den Rezepten auch noch Stretchübungen, Meditationsübungen und Motivationstraining.

Alles in allem finde ich das Buch gelungen. Für alle, die sich mit gesunder Ernährung beschäftigen wollen, ist es die Investition (Preis immerhin 29,95 €) wert. Nicht alle Rezepte sind nach meinem Geschmack, aber doch einige. Ich werde euch die nächsten zwei Tage zwei tolle Rezepte zeigen, die ich sofort ausprobieren wollte. Seid gespannt!

Aber jetzt erstmal zu euch: Habt ihr das Buch? Wollt ihr es euch kaufen? Habt ihr vielleicht vor, die Challenge mitzumachen? Lebt ihr vegan oder habt ihr die letzte Challenge mitgemacht?

Kommentare :

  1. Inzwischen hatte ich auch schon mal das Buch von Attila Hildmann in der Hand, aber ich muss sagen - mir sagt es einfach nicht zu. Ich mag weder stundenlang in der Küche stehen, noch mich belehren lassen (ich finde das Buch hat einen Hauch Arroganz), noch hat mich viel aus de, letzten Buch angemacht. Bin aber gespannt, was Du uns für Rezepte zeigst.

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  2. Liebe Christina - du spricht mir aus der Seele. Auch ich habe meine Ernährung zum Jahreswechsel komplett umgestellt und 30 Tage Vegan for Fit durchgezogen - ich wollte aber lediglich mal die vegane Ernährungsweise einen Monat durchziehen und schauen, wie es mir hinterher geht (und verdammt, ja der Körper wird von Milch/-produkten abhängig goddamn). Dabei habe ich dennoch Kohlenhydrate zu mir genommen, aber 80% nach dem Buch gekocht. Ich habe dadurch im Januar mehr Zeit am Schneidebrettchen in der Küche verbracht als mit meinem Freund und auch das ständige "wo bekomme ich das jetzt her?" gegoogle war anstrengend (und teuer). Dennoch habe ich mir wieder Vegan For Youth gekauft - eben weil die Rezepte gut sind, auch wenn ich Attila persönlich nicht mag (Arroganz.. ja). Wo man jetzt Reissirup oder Reisspaghetti herbekommt, muss ich noch herausfinden.. Ich lebe mittlerweile vegetarisch, dieses Jahr gab's kein Fleisch. Koche aber trotzdem überwiegend vegan. Unterwegs und aus Zeitgründen ist dies aber nicht immer möglich, da hast du einfach recht. Und das ständige Kontrollieren, ob in den Zusatzstoffen irgendwas mit Milch enthalten ist, nervt genauso.
    Ich hab bereits die Gurken Lasagne nach"gebaut" (gekocht wird da nicht), die auch gleich in meinem Blog zu finden sein wird. Schau doch mal vorbei :-)

    Liebe Grüße
    Aileen

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