Marke oder keine Marke, das ist hier die Frage!

27. Mai 2013

Meine lieben Leser.

Eine Sache lässt mich schon eine ganze Zeit nachdenken und dieses Thema betrifft jeden Einzelnen von uns. Gerade Blogger, die ihr Leben teilen und ihre Themen im Internet veröffentlichen, stehen da oft besonders im „Licht der Öffentlichkeit“. Markenkleidung. Jeder von uns hat sie und ist glücklich darüber, aber wieso überhaupt? Aber fangen wir mal anders an: Wie war das bei euch in der Schule? War Markenkleidung ein Muss oder wart ihr eher die „uncoole“ Fraktion mit Aldihosen oder hattet ihr diese Probleme in der Klasse gar nicht? Ich muss sagen, bei mir war das schön, jeder hat das angezogen, was er hatte und keiner wurde wegen seiner Kleidung gehänselt. Immerhin da hat die Klasse „zusammengehalten“. Natürlich gab es Kids, die unbedingt diese und diese Sneakers haben mussten, aber es war nie so, dass Kinder ausgeschlossen wurden, weil sie eben nicht das neuste von Adidas hatten.

So. Durch meine Schulzeit kam ich also ohne viel Markenkleidung, was meine Eltern sicher heute noch freut, aber später fing es dann an. Das erste Ausbildungsgehalt, man kann sich Sachen endlich selbst kaufen und auch wenns teurer ist, sagt keiner was, denn es ist ja das eigene Geld. Ich gab Unmengen für Espritklamotten aus und noch heute quillt mein Kleiderschrank (der Gott sei Dank begehbar ist…) über von eben diesen Espritsachen. Wenn ich jetzt gerade daran zurückdenke, wie viel Geld ich in Klamotten investiert habe und immer noch tue, wird’s mir schon anders. Ich muss dazusagen, dass ich ne ganze Zeit komplett schwarz rumgelaufen bin und ich erst im letzten Jahr ca. richtig angefangen habe, auch wieder bunte Kleidung zu tragen, also ist mein Kleiderschrank immer noch ein bisschen schwarzlastig – aber genau an dieser Abstufung kann ich sehen, wie viel in den letzten 1 ½ Jahren dazugekommen ist – eine ganze Menge.

Mein Markenkonsumhöhepunkt war vor ca. 2 Jahren gekommen, denn da habe ich mir in Hamburg eine Chanel-Sonnenbrille gekauft. Für ziemlich viel Geld… Aber ich wollte sie so unbedingt haben, dass es mir das wert war. Seit ich aber nun auch wieder bunt trage, sehe ich viele hübsche Sachen in vielen hübschen Läden. Aber man kann schließlich nicht alles kaufen, nicht wahr? Und außerdem, muss denn ein Pullover immer 50 € kosten? Tut´s ein günstiger nicht auch? Und muss ich wirklich immer zu Esprit rennen und da kaufen, obwohl mir andere Läden auch gefallen? Und ist günstig immer gleich schlecht?

Diese Frage stellte ich mir z. B. als ich letztens den Bonprix-Katalog meiner Mutter in den Händen hielt und darin blätterte. Das letzte Mal habe ich da was mitbestellt, da war ich noch in der Schule und das ist schon ein paar Jahre her. Wie war die Qualität der Sachen? Hielten sie lange? War der Preis in Ordnung? Wieso ist diese Strickjacke so günstig? Da muss es einen Haken geben! Ich bin es von H&M-Strickjacken gewöhnt – nach 10 Mal tragen leiern sie aus und die Ärmel hängen unschön irgendwo aber nicht da, wo man sie gern hätte. Dafür gibt man, ich weiß nicht, 20 € aus, oder? H&M ist das Mekka des Fashionjunkies, alles günstig und sooo trendy. Aber wieso lese ich in den Fashionblogs nie was über z.B. Bonprix?

Nunja, ich habe es ausprobiert und einiges bestellt. Quer durch die Bank, vom Top zur Hose zu Sandalen. Und 2 Tage später hatte ich alles daheim – der Versand ist genauso schnell wie Amazon! – und konnte es anprobieren. Ich war überrascht, denn ich hatte im Nachhinein einige Bewertungen gelesen und diese Firma kam irgendwie so gar nicht gut weg. Daher war ich von der Qualität einiger Kleidungsstücke wirklich sehr überrascht. Dickes Material, gute Nähte, guter Sitz. Hm. Muss ich meine Einstellung, dass nur Markenklamotten etwas taugen, überdenken? Meine Primark-Klamotten mag ich doch auch, und wieso dann nicht diese?

Und genau über diese Frage stolperte ich dann auch schon wieder. Wieso bewerten wir Hollisterkleidung als besser und toller und viel hochwertiger, wenns doch eigentlich gar nicht so ist? Ist das nur der „Mythos“ um diese Läden, die mich sowieso ziemlich nerven (davon mal abgesehen, dass ich ihre Arbeitsbedingungen ziemlich bescheuert finde – nur Models dürfen da arbeiten und man muss Teile seines Gehalts da auch wieder ausgeben?)? In deren größere Hosengröße passe ich nicht und ich würde mich nicht als dick bezeichnen. Auch wenn die Marke auf jüngere Menschen ausgelegt ist, irgendwie vermitteln die ein falsches Bild, oder? Natürlich kaufe ich gern meine Schuhe bei Tamaris und nicht im Billigladen um die Ecke, weil ich weiß, dass Lederschuhe länger halten als Plastik. Aber wenn ein T-Shirt für 9,99 € genauso gut verarbeitet ist und der Stoff vielleicht noch besser als das von Esprit für 39,99 €, ganz ehrlich, wieso sollte ich es nicht kaufen? Nur weil nicht Esprit drauf steht? Wem will ich damit was beweisen? Für was schäme ich mich denn? Dafür, dass ich Verstand besitze und es nicht mehr einsehe, für gleiche oder bessere Qualität mehr auszugeben? Weil ich nicht von der und der Marke kaufe, bin ich uncool? Meine Güte, sind das viele Fragen! Versteht mich nicht falsch – ich weiß, dass H&M-Qualität manchmal unter aller Sau ist und natürlich bekomme ich bei einem Naturversand richtige Wolljacken und beim günstigen Laden nicht und ich kaufe auch gerne bei Mint&Berry ein, aber ich sehe einfach mittlerweile das Verhältnis und kann einschätzen, ob die Qualität eines Kleidungsstücks gut ist. Ich sortiere rigoros aus und achte darauf, was in meiner Tüte landet.  

Noch so ein Beispiel sind Jeans. Ich wollte vor ein oder zwei Monaten endlich eine „richtige“ Jeans haben, von einer richtigen Jeansmarke. Also stapfte ich in ein Geschäft, und ließ mich da beraten. In die erste Hose reingeschossen meine die Verkäuferin „das sähe ja sooo toll aus, die würde mir suuuper stehen“. Gott sei Dank habe ich Augen im Kopf und ehrliche Einkaufsberate dabei (Mutti & Freund). Es sah schrecklich aus. In der nächsten fühlte ich mich auch nicht wohl. Bei der 3. dann kamen wir überein, dass es diese Hose sein sollte. Ich nahm sie mit heim, um über 80 € leichter, und stellte erstmal fest wie sehr diese Hose nach Chemie stank. Schrecklich. Ich dachte mir noch, naja, wird erstmal gewaschen, dann wird´s gehen. Pustekuchen. Die LTB-Jeans war auch nach dem 2. Waschen noch untragbar. Nach dem 3. Waschen und etwas „auslüften“ ging es dann und ich zog sie an. Am Ende des Tages hatte ich dann eine leichte Boyfriend-Jeans anstatt eine Bootcut. Tja. Das ist meine „ich-will-ne-richtige-Jeans“-Geschichte. Leider ohne Happy End. Hätt ich die 80 € in eine oder zwei nicht-Marken-Jeans mit ein bisschen Stretch drin investiert, hätt ich bestimmt mehr Freude daran…

Wie seht ihr das? Wo kauft ihr eure Kleidung? Macht es euch etwas aus, keine Markenkleidung zu kaufen? Seit ihr „Gemischt-Käufer“ oder kauft ihr nur Markenkleidung? kauft ihr z.B. Second Hand? Mich interessiert eure Meinung dazu!

Kommentare :

  1. Hey!

    Da will ich mal anfangen:
    Also erstmal kann ich dich voll und ganz verstehen, bei uns in der Klasse war es ähnlich aber etwas schlimmer! Ich persönlich habe einen komplett gemischten Kleiderschrank. Ich ziehe die Jeans von Mustang genau so gern an wie die von Esprit und Zara!
    Ich kaufe mir teure Markenklamotten nicht, weil ich unbedingt cool sein will, was ansich ein kleiner guter Nebeneffekt ist, aber was bringt's? - Nichts! Also kaufe ich mir das, was mir gefällt!
    Das bedeutet auch, dass ich schon relativ geizig mit meinem Geld umgehe und auch zu H&M laufe, genau so gern aber auch zu Vero Moda oder Pimkie oder eben auch Esprit...
    Woran ich allerdings nie vorbeikomme sind SSVs und WSVs sowie Outlet Stores, in dem man auch für günstiges Geld Markenklamotten bekommt.
    Ich achte aber immer darauf, dass die Qualität gut bis sehr gut ist!

    So viel zu meinem Klamottenverhalten :D
    LG ♫

    http://bakemania192.blogspot.de

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  2. Schau mal bitte auf meine Seite, denn ich hab DICH für den Best Blog Award nominiert!!

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  3. Liebe Christina,

    alle Achtung, das ist mal ein toller Post! Genau diese Fragen gehen mir seit Wochen im Kopf herum, wenn auch aus etwas anderen Gründen.

    Als ich in der Schule war, hatten wir das Problem mit den Markenklamotten nicht. Zumindest nicht so wie heute. Da war man höchstens mal ein bisschen neidisch auf die Adidas-Schuhe der besten Freundin. Ich bin aber auch genau doppelt so alt wie du (heul) und meine Schulzeit war in den 80ern.

    Jahrelang habe ich viel aus Katalogen bestellt (Otto war mein Favorit) obwohl ich durchaus das Geld gehabt hätte, mir teure Klamotten zu kaufen. Ich bin aber noch nie den Trends hinterher gerannt, sondern habe immer das getragen, was mir gefallen hat. Die Sachen in den Katalogen entsprechen ja trotzdem größtenteils den Trends, es sind halt nur keine Markenembleme drauf! Bonprix fand ich auch immer ganz okay, mir sind die Sachen nur immer ein bisschen zu groß, vor allem die Oberteile (ich trage 36/38, bei Hosen 34/36).

    Worüber ich mir momentan viele Gedanken mache, ist die Herstellung! Man denke nur an Bangladesh :( Will ich wirklich dafür verantwortlich sein, dass für meine Klamotten Kinder arbeiten und Frauen ausgebeutet werden? Das betrifft ja nicht nur Billiganbieter wie KIK oder NKD oder auch Bonprix, sondern auch Esprit, Zara, bis hin zu teuren Designerklamotten. Ich habe jetzt angefangen, nach fairen Alternativen zu schauen, das ist aber verdammt schwer. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und den meisten Leuten ist es schlichtweg egal, wo die Sachen herkommen. Hauptsache billig :(

    Puh, jetzt habe ich einen Roman geschrieben. Aber dein Bericht regt wirklich zum Nachdenken an. Danke dafür!

    GLG Andrea

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  4. Dem ist nichts hinzuzufügen! Du triffst es genau! Es gibt immer wieder neue Hypes um Modelabels, der letzte war wohl Hollister. Klitzeklein geschnittene Klamotten für teures Geld, verkauft von englischsprechenden Modeltypen, möglichst noch in Badehose. Aha. Genau darauf hat die Welt gewartet. Leider ist vor allem bei vielen jungen Leuten das Label schon wichtig. Wer da in "Billigklamotten" rumläuft gilt schnell als Außenseiter. Es muss eine teure Handtasche sein und noch teurere Schuhe. Ich nehme mich da gar nicht raus, denn ich habe zwei Töchter und finanziere deren Klamotten zum Großteil mit. Aber wir sind Mischkäufer, es gibt auch Teile von Ernsting's Familiy und H&M. Zur Klamottenherstellung kann ich nur sagen, es gibt leider kaum noch Kleidung, die in Europa genäht wird. Auch nicht die großen teuren Labels. Da ist dann nur die Gewinnspanne für den Hersteller noch größer. Teilweise wird ZARA und Mango in der gleichen Näherei gemacht wie Teile für C&A. Es ist einfach ein gigantisches Geschäft. Und wenn man den Leuten in Bangladesh diese Jobs auch noch wegnehmen würde, dann würden sie gar nichts mehr verdienen. Es ist eine große Schieflage, aber wie man die verändern könnte, weiß ich auch nicht. Ich glaube kaum, dass die Leute hier bereit wären 40 Euro für ein fair genähtes T-Shirt zu bezahlen, wenn sie ein ähnliches für 9,95 haben können. Aber vielleicht tut sich allmählich was in den Köpfen, schön wär's...
    LG Eva

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  5. Also in meiner Schulzeit hatte ich echt Glück - bei uns kam es nicht auf die Markenklamotten an. Wobei meine Eltern bei bestimmten Dingen einfach mehr Geld ausgegeben haben (Rucksack, Tasche, Schuhe, Winterjacke). Inzwischen arbeite ich ja und nachdem ich viel Patientenkontakt habe, achte ich auf meine Klamotten. Momentan kaufe ich sehr gerne bei Esprit und Massimo Dutti ein, H&M schreckt mich momentan mit der Qualität oft ab, Zara mit hohen Preisen für billigste Stoffe. Am wichtigsten ist mir inzwischen, dass der Stoff hochwertig ist, ich zahle gern mehr, wenn ich das Kleidungsstück dann lange tragen kann. Auch bei kleineren Ketten wie Ernstings schaue ich gern rein, allerdings finde ich selten etwas, da ich bestimmte Farben bevorzuge. Das mit der Jeans finde ich super ärgerlich, ich hab mir letztens eine beim Mango für 40€ gekauft und die ist bisher echt super. Second Hand - ich muss ehrlich sagen, dafür bin ich zu faul, ich mag es nicht, ewig nach etwas zu suchen. Dafür tausche ich gern mit meinen Freundinnen oder gebe Klamotten an meine kleine Schwester weiter.

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Kommentare sind für mich wie ein besonders schönes Dessert, also:

♥ Danke für jedes liebe Wort ♥

PS: Negative anonyme Kommentare werden kommentarlos gelöscht.

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